Zucker

14. November ist Weltdiabetestag

„Diabetes Typ I“ ist eine Autoimmunerkrankung. Laut Diabetesinformationsdienst betrifft diese Erkrankung nur ca. 0,4% der Bevölkerung in Deutschland. Typ-1-Diabetes ist auf dem Vormarsch, seit den 1990 steigt die Zahl der Neuerkrankungen stetig an.

„Diabetes Typ II“ ist aber eine Seuche, eine Geisel der Neuzeit und betrifft über 7% der erwachsenen Bevölkerung. Als ich Kind war, nannte man diese Form des Diabetes noch „Altersdiabetes“.  Man war der Meinung, dass bekommen nur alte Menschen als „Rache“ für eines langen Lebens mit schlechter Ernährung. Fast 90% aller an Diabetes erkrankten Menschen leiden an dieser Form des Diabetes.

Als Risikofaktoren Typ II Diabetes gelten:

Der Zucker und ich – nein zum Glück – erhöhte Blutzuckerwerte hatte ich noch nie.

Menschen, welche mich nicht kennen, wundern sich häufig, warum ich Zucker meide. Häufig höre ich: „Du bist doch schlank, warst immer schlank, wenn ich so schlank wäre wie Du ….“. Tatsache aber ist, einer der Lektionen Anfang der 1980er war: „Zucker tut mir weh, sehr weh“. Nicht unbedingt in Ruhephasen, aber in aktiven Schüben wirkt sich Zucker negativ auf mich aus. Zucker hat was von Spiritus auf Holzkohle.
Ich bin sozusagen durch Einsicht weniger süß. Zucker ist für mich eine „wertvolle“ Ressource, da ich sie nur in geringen Mengen zum Kochen und Backen nutzen kann. Was immer es an Alternativen gibt, mir sinnvoll und geeignet erscheint, wird getestet.

Früher war es einfacher – Zucker, Honig oder Rübenkraut? Wer sich heute an ein „Süßungsregal“ im Biomarkt traut muss sich Zeit nehmen, viel Zeit. Wer sich traut bei Fertigprodukten die Zutatenliste zu lesen bringt am besten gleich einen Hocker mit.

Zucker und zuckerhaltige Produkte sind ein riesiger Wirtschaftsfaktor, viele der größten Konzerne der Welt verdienen ihr Geld mit bzw. Produkten um den Zucker.

Vorschlag: Beim nächsten Mal im Supermarkt – nur Produkte welche tatsächlich ohne Zuckerzusatz sind dürfen in den Einkaufswagen. (Die 70 Namen des Zuckers – diese Untersuchung ist zwar von 2013, ich bin mir aber sicher, es sind nicht weniger geworden.)

Gesunder Zucker? Meine persönliche Meinung: „Alles Quatsch!“ Viele Zuckerarten überzeugen vor allem die Industrie. Wenn es um Fertigprodukte geht, müssen die Zucker vor allem billig sein, die Haltbarkeit oder die maschinelle Verarbeitbarkeit verbessern. Also Eigenschaften welche für mich persönlich keinen Wert darstellten. Wenn es um Ersatzprodukte für den „bösen“ Haushaltszucker geht, liegt der Schwerpunkt auf Margenoptimierung oder „Gut Geld verdient“.

Für uns sind alle Zucker schlecht. Es gibt keinen gesunden oder notwendigen Zucker. Egal was man dafür bezahlt, Zucker wird dadurch nicht wirklich besser! Ok, es gibt schon Unterschiede und nicht nur im Preis – Kokosblütenzucker  mit Isoglucose zu vergleichen ist nicht fair.

Wie aber wäre es, würde ich Dir erklären, dass es besser ist von einem 20 m hohen Balkon anstelle von einem 25 m hohen Balkon herunterzufallen? Machen die 5 m einen Unterschied? Einen hypothetischen gesundheitlichen Nutzen oder Schaden mit der 3ten oder 4ten Stelle hinterm Komma zu diskutieren erscheint mir irre, dafür das 3, 4 oder 5-fache zu bezahlen nicht nachvollziehbar.

Zitat: „Wofür braucht der menschliche Körper Zucker?
Zucker ist ein Brennstoff, der Energie liefert. Er treibt uns an und macht unter anderem Denken, Atmen und Bewegung erst möglich. In Reinform braucht unser Körper ihn aber nicht. Vielmehr ist er auf Glukose, also Traubenzucker, angewiesen, den er selbst herstellt – beispielsweise aus Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Diese Nahrungsmittel enthalten Stärke, ein Kohlenhydrat, das nichts anderes ist als eine lange Kette von Glukosebausteinen. Sie versorgen den Körper langanhaltender mit Energie als reiner Zucker.“ Quelle – AOK.

Die Menschheit kann ganz ohne einen Krümel raffiniertem und / oder konzentriertem Zucker überleben, nur um das noch einmal klarzustellen.

Zucker ist Energie pur, und süß sagt uns „hier gibt es einfache, konzentrierte Energie“ – lecker! Haben, haben, haben … Energie war und ist für viele Menschen immer noch Mangelware, für uns in den Industrieländern aber Überfluss. Wenn ich darüber nachdenke, es gibt außer Honig – da machen tausende von Bienen für uns diese Arbeit – keine konzentrierten Zucker. Zucker ist in dieser hohen Konzentration immer unnatürlich und wird normalerweise durch den Einsatz von Unmengen an Energie hergestellt.

Fruktose ist nicht empfehlenswert! Spätestens seit 2009 ist dies jedermann bekannt! „Erhöhte Aufnahme von Fruktose ist für Diabetiker nicht empfehlenswert“ März 2009 BfR —  Fructose, Insulin resistance, and metabolic dyslipidemiaFördert die Gewichtszunahme.

>> Gesund sind hochwertige frische schadstoffarme möglichst wenig bzw. optimal verarbeitete Lebensmittel.
>> Welche Lebensmittel? Kommt darauf an, nicht alles ist für jeden gleich geeignet, wir Menschen sind unterschiedlicher, als wir oft denken.

Meiden von Fruktose, hohe Anteile an Fruktose haben: Agavensirup 55 g Fruktose und Glukose 12 g, Apfeldicksaft.
• In kleinen Mengen: Honig 39 g Fruktose und 34 g Glukose.
Besser Reissirup Fruktose <1 und Glukose 23 g Maltose 30 g, Ahornsirup Fruktose 30 und Glukose 30.

Und Obst? Natürlich enthält Obst Fruchtzucker und es gibt Menschen die vertragen beispielsweise keine Fruktose, da wird es auch mit Obst schwierig. Für andere gilt, so viel frisches Obst kann man eigentlich nicht essen, bei Trockenfrüchten sieht es schon etwas anders aus. Beispiel:

Frisch:
1 großer frischer Apfel ca. hat ca. 10 g Fruktose.
1 gestrichener Esslöffel Fruchtzucker hat 10 g Fruktose.

Getrocknet:
100 g Apfel getrocknet 29 g Fruktose und 10 g Glukose.
100 g getrocknete Aprikose hat 5 g Fruktose und 10 g Glukose und 5 g Sorbit.
100 g Rosine 32 g Fruktose und 31 g Glukose.
100 g Dattel 25 g Fruktose und 25 g Glukose.
100 g Banane 3,5 g Fruktose und 3,5 g Glukose.

Um 100 g Fruchtzucker zu sich zunehmen muss man fast 2 kg Äpfel oder 400 g getrocknete Datteln essen, ich wünsche gute Appetit.

Und Kokosblütenzucker, die teuere Wunderwaffe? Na ja, keine Ahnung aber Haushaltszucker besteht zu 100% aus Saccharose, Kokosblütenzucker besteht auch aus Saccharose, dies allerdings nur zu 87-94%. Preis ca. 10 € / kg Haushaltszucker ab 70 – 80 ct.

Den Zuckeralkohol Erythrit verwende ich nicht. Ein kg davon habe ich gekauft und damit Macarons gebacken. Nicht das mir das Ergebnis gefallen hätte aber mir wurde auch noch übel, richtig übel und so blieb es. 80 % dieser Macarons mussten in den Müll. Ähnlich ergeht es mir bei geschwefeltem Trockenobst, auch das bekommt mir nicht – Kopfschmerz.

Empfehlung der WHO – 25 g Zucker pro Tag sind genug (6 Teelöffel). Die Zuckermenge bezieht sich auf sämtliche zugesetzte Zucker, Honig, Sirup, Fruchtsäften, Fruchtsaftkonzentraten. Zucker die in frischem Obst und Gemüse usw. enthalten sind, werden nicht angerechnet.

Zucker ist nicht der neue Alkohol

Stevia – Zucker, ist eine Haushaltszuckermischung, mit der sich recht gut backen läßt.
Dieser Stevia-Zucker wird oft aus einer Mischung mit Erythrit hergestellt, ich benutze ausschließlich Stevia Zucker von Sweet Family (Nordzucker). Dieser „Zucker“ ist so fein, dass ich ihn perfekt als Puderzuckerersatz nutzen kann.

Mein Weg →weniger süß → weniger Zucker → weniger Entzündung → weniger Schmerz

  • Den Geschmack und die Gewohnheit trainieren, in vielen Rezepten kann man die Zuckermenge halbieren.
  • Als Küchengärtner habe ich Yaconwurzeln, Mispeln, Mirabellen, …  und angepasste Rezepte zur Verfügung.
  • In Kombination mit dem 50% Stevia-Zucker bleiben oftmals 25%, der ursprünglichen Zuckermenge. Aus 100 g Haushaltszucker werden 50 g Haushaltszucker, der Süßkraft von 50 g Haushaltszucker entsprechen 25 g Stevia-Zucker (keine Erythrit etc. Mischungen)!
  • Ich will süß, ich will Zucker – ok, gerne – aber eben nicht so viel.
  • Sämtliche Kuchen und Süßkram stelle ich grundsätzlich nur in kleinen Mengen her.
  • Ich kaufe nur, was ich auch essen darf.
  • Ich habe immer etwas aber nie viel. Das gilt für unterwegs und für Zuhause.
  • In eine Bäckerei gehe ich im Normalfall nicht. Was soll ich da?
  • Süßwaren- und Knabbergänge usw. was soll ich da!

Entzündungshemmende Ernährung  — Ernährung bei Arthritis oder ArthroseErnährung und Autoimmunerkrankungen

Diabetes – Risikotest Deutsches Zentrum für Diabetesforschung