Gesundheit

Oxalsäure

Oxalsäure, Nieren – Nierensteine – Osteoporose und so mancher denkt instinktiv „der böse Rhabarber“ und da nun die Rhabarberzeit startet, wird es einfach Zeit ein wenig über diese spezielle Säure zu sprechen. Die Oxalsäure wurde bereits im 18. Jahrhundert im Sauerklee entdeckt. Mensch und Oxalsäure – erst einmal kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass die von uns ausgeschiedene Oxalsäure überwiegend aus den eigenen Stoffwechselprozessen, vor allem aus dem Aminosäure- und Ascorbinsäureabbau stammt. Je nach Ernährungsform könnten aber auch 10 bis 50% der Gesamtmenge direkt aus der Nahrung, falls diese freie Oxalsäure enthielt, aufgenommen worden sein. Vegetarier, Veganer, natürlich Küchengärtner und Smoothie-Liebhaber ja, wir sind voll dabei.

Im Übrigen gibt es jede Menge andere Pflanzen in denen sich nennenswerte Gehalte an Oxalsäure finden lassen. Zur besseren Orientierung habe ich einige Werte herausgesucht. Zu sämtlichen Angaben über Inhaltsstoffen in Pflanzen, bitte immer daran denken, dass dies nur Richtwerte sein können. Denn je nach den Gegebenheiten der individuellen Pflanze, können die enthaltenen Mengen erheblich abweichen. In der folgenden Auflistung ist die Oxalsäure in mg pro 100 g Lebensmittel angegeben.

Rhabarber, roh 275–1336, Rote Bete 121-450, Gemüse-Ampfer 300-700, Sauerampfer 300-700, Gänsefußgewächse bis 1100 (dazu gehören Guter Heinrich, Erdbeerspinat aber auch Quinoa), Portulak 910– 1679, Spinat 320–1260, Garten-Melde 300–1500, Neuseeländerspinat 890, Cashew 231, Kakao 500–900, Mangold 300–920, Kartoffel 20–141, Amaranth 1586, Petersilie 140-200, Kohl 0–125, Tofu 3–280, Sojabohnen 82–214, Haselnüsse 167–222, Süßkartoffel 280–570, Mandeln 431–490, Erdnüsse 96–705, Yamswurzel 480–780, Weizenkleie 457, Sternfrüchte 40–1000, Milchschokolade 56, Walnuss 74, Löwenzahn 25, grüne Bohnen 44.

Also wenn Rhabarber wegen seinem Gehalt an Oxalsäure ungesund ist, dann gilt diese Aussage grundsätzlich auch für Rote Bete, Quinoa, Süßkartoffel und Mandeln und all die anderen Gemüse. Und ja, ist nicht für jeden geeignet.

Oxalsäure  (LINK zu wikipedia)  bindet an Calcium zu Kalziumoxalat, gelangt die Säure ins Blut kann dies zur Kalziumoxalat-Steinbildung in den Nieren führen. Oxalsäure ist aber nicht die einzige Ursache für Nierensteine. Da sind noch Kalziumphosphatsteine (Schmelzkäse, Hartkäse, Erdnüsse, Cola, Konservierungsstoffe, Verdickungs- und Gelierstoffe und diverse Backtriebmittel) oder Harnsäure-Steine (Bäckerhefe, Leber, Fleisch, Hülsenfrüchte, Getreide, Kakao und Grünkohl) oder Zystinsteine bei einer angeborenen Stoffwechselstörung.

Eine Möglichkeit die Oxalatbildung der freien Oxalsäure aus Lebensmitteln im Blut zu verhindern ist, oxalsäurehaltige Lebensmittel mit calciumhaltigen Lebensmitteln zu kombinieren. Oxalsäure und Calcium verbinden sich dann bereits im Topf, Mund oder Darm zu Kalziumoxalat, was die Aufnahme von Oxalsäure aus dem Darm und folglich den Anstieg der Oxalsäureausscheidung über den Urin (Nieren) verhindert. Das im Kalziumoxalat gebundene Calcium wird dann allerdings mit über den Darm ausgeschieden und verschwindet zur Kläranlage.

Noch einmal in Kurzform: Besonders wichtig ist, wie viel Calcium zusammen mit der Oxalsäure verzehrt wird. Die Oxalsäure verbindet sich mit dem Kalzium und somit sind beide Stoffe für uns nicht mehr resorbierbar. Es ist daher sinnvoll Calciumquellen nicht nur mit oxalsäurehaltigen Lebensmitteln zu verzehren. Veganer haben es da natürlich schwerer, Vegetarier sind fein raus, mit etwas Käse oder Quark (egal ob Schaf, Ziege, Büffel oder Kuh) ist Problem erledigt.

Plan B: Kohlensaurer Kalk in Lebensmittelqualität oder ganz einfach Kalziumkarbonat aus der Apotheke (ist das gleiche). Bei der Fruchtwein Herstellung wird Oxalsäure durch Zugabe von eben diesem kohlsaueren Kalk gefällt. Der Gärtner weiß natürlich sofort kohlensauren Kalk den brauchen wir auch im Garten, ja genau, jetzt eben in Lebensmittelqualität.  LINK : Bezugsquelle – Übersicht

Früher hatte man bei Kalziumoxalatsteinen die Kalziumzufuhr beschränkt, heute weiß man es besser. LINK – Ernährung bei Nierensteinen.

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