Küchengarten

Einfach Grünkohl und das Beste kommt noch

Grünkohl – Wintergemüse schon klar, jetzt ist Frühling und wir wollen keinen Grünkohl mehr und außerdem braucht es doch Frost?

Wer kein Saatgut gewinnen möchte hat die Pflanzbeete bereits alle abgeräumt, umgegraben und wenn es sein muss auch tot gefräst – aus der Zeit des fein krümeligen Saatbeetes eben. Mag schon sein aber nicht bei mir – LINK zu Nabu.

Über Grünkohl wurde schon viel geschrieben und eigentlich ist alles gesagt oder doch nicht? Traditionsessen, dann ein Symbol für altmodische phantasielose „Armeleute Küche“ und schließlich der raketenhafte Aufstieg zum „Superfood“. Heute ist alles „Kale“ oder „detox“, naja.

Als Küchengärtner und „ich esse am liebsten vielfältig und frisch geerntet Typ“ habe ich eine etwas andere Beziehung zum Grünkohl und wir mögen uns wirklich sehr.

Grünkohl Schaffermahlzeit Nero doe Toscana Lerchenzugen

Grünkohl, ein Kohl mit Tradition
Dokumentiert ist der Grünkohl nachweislich seit ca. 1543, Leonhart Fuchs das „New Kreuterbuch“ und die Bremer laden seit 1545 zum Schaffermahl. Wie immer, die 474 Veranstaltung fand 2018 statt.

Grünkohl richtig gesund. Ja, angeblich ein, nein „das“ Anti-Krebs-Gemüse. Zumindest, wenn man den Oldenburgern glauben mag – Studie der Universität Oldenburg. Grünkohl, egal in welcher Farbe ist zu jedem Zeitpunkt im Jahr lecker und gehört zu einer „Entzündungshemmenden Ernährung“ einfach dazu UND wächst in meinem Garten – was will ich mehr?

Grünkohl kann auch akademisch. Uni-Oldenburg Forschung

Bei der Gartenakademie Rheinland-Pfalz gibt es völlig unaufgeregt ein paar Fakten zu Grünkohl, Inhaltsstoffe und klassischen Rezepten.

Gesund, immer? Menschen die einen „Reizdarm“ ihr eigen nennen sollten sich auch beim Grünkohl beschränken. Obwohl ich den Grünkohl auf verschiedenen FODMAP-Listen als empfehlenswertes Gemüse gefunden habe, wäre ich als Reizdarmbetroffener eher vorsichtig. „Die Ernährungs-Docs“ des NDR halten ihn für ungeeignet.

Grünkohl vielfalt in rot grün und rot-grün kübel

Vielfalt – eigentlich ist immer Grünkohlzeit, es geht klein oder mannshoch, gefühlte 100te Sorten! Jeder findet seinen Grünkohl. Hier eine kleine Übersicht:

  • „Nero di Toscana“ – ein italienischer Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. Total schön mit seinen langen schmalen dunkelgrünen Blättern, mir schmeckt er auch ohne Frost ausgezeichnet.
  • Die „Lerchenzunge“, ist eine halbhohe Sorte mit deutliche helleren, schmalen, gekrausten Blättern mit langem Erntefenster. Wobei die Lerchenzunge nach dem Frost am besten schmeckt.
  • Die altbewährte preiswerte frostharte Standartsorte „Niedriger grüner Krauser“ kann früh im Jahr gesät werden, mit ihr gibt es bereits ab Juli wieder frische Blätter zu ernten.
  • Richtig fetzig der „Hohe Roter Krauser“ ein intensives dunkles rot, wunderschön im Beet und gedeiht auch unter trockeneren Bedingungen gut, Erntezeit ist nach den Herbstfrösten.
  • Der „Altmärker Braunkohl“ ist eine braun-grün-rote Sorte die etwas höher wird und über Winter bis in der den Frühling beerntet werden kann.
  • Die „Ostfriesische Palme“ wiederum wird eine sehr stattliche mannshohe Pflanze, die ihren Geschmack in der Krone erst nach den ersten Frösten entwickelt. Die unteren Blätter sind besser als Tierfutter geeignet.
  • Natürlich gibt es auch moderne Hybridsorten. Wer gerne etwas Farbe im Beet haben möchte, Redbor F1 ist eine sehr schöne kräftig rote-grüne Sorte. Also Grünkohl kann auch Blume.

Achtung – Werbung einen gutes Angebot an unterschiedlichen Grünkohlsorten findest Du im Samenhaus Müller, von modern bis historisch, klein oder groß. Eine Viersortenmischung für ein ganzjähriges Grünkohlangebot gibt dort auch.

Grünkohl – Anbau – Steckbrief

Aussaat im Frühbeet oder Freiland erfolgt für die meisten Sorten ab Mai bis Juni. Der „Niedrige Grüner Krauser“ kann im Frühbeet bereits je nach Witterung ab Februar oder März bzw. ab Ende März ins Freiland gesät werden, das gilt auch für den „Cavolo Palmizio Senza Testa“ von Thompson & Morgan.

Standort, sonnig und nicht zu trocken, nährstoffreich und humos. Nebenbei, Grünkohl lässt sich auch gut im Kübel anbauen, natürlich bleibt er im Kübel etwas kleiner. Wer die riesigen Blätter nicht gerne mag, kann Grünkohl etwas enger pflanzen und erhält damit auch kleiner Pflanzen. Das klappt auch mit anderen Kohlsorten. In der Mischkultur verträgt er sich gut mit Tomaten oder Sellerie, Bohnen oder Salat.

Schädlinge sind die Weiße Fliege und der Kohlweißling. Nervig ist die Kohlhernie, die die Wurzeln vieler Kreuzblütengewächse (Kohl, Raps, Senf, Rettich usw. ) befallen kann und Flächen für lange Zeit für den Anbau von Kreuzblütlern unbrauchbar machen kann. Zu empfehlen sind lange Fruchtfolgen, vermeiden von Staunässe und ein neutraler PH-Wert (> 7) durch aufkalken.

Das haben nur wir, die mit den schmutzigen Händen, dafür lohnt sich die Mühe.

Grünkohl vielfalt in rot grün und rot-grün

Ich finde Grünkohl toll und bei mir beginnt die „Grünkohlzeit“ wenn andere ihren Grünkohl bereits auf dem Kompost entsorgt haben. Ist er nicht wunder schön, zart und lecker? Roh, die Vitalbombe schlecht hin und der beste Freund beim Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit und Winterspeck, Erkältung „Nein Danke“!

Grünkohl zarte blüte zarte Triebe zarte Blätter

Meine Lieblingsrezepte – (in Arbeit, muss jetzt in den Garten)

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Grünkohl Salat Küchengarten Blütensalat

Grünkohlblüten- oder Energiesalat

Warmer Kartoffel – Grünkohlsalat á la Küchengarten

Warmer Kartoffel – Grünkohlsalat á la Küchengarten

Gruenkohl Blueten Smoothie

Smoothie

 

Grünkohl in Erdnussrahm
Grünkohl mit schwarzen Bohnen
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Grünkohl mit Pasta

Spagetti mit Grünkohl-Pesto
Selbstgemachte Kichererbsen „Pasta“ mit Grünkohl-Pesto

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Grünkohl wirklich gerne mag?