Arbeit gibt es immer

Der Küchengarten von 1826

alte Sorten, Vielfalt, Gemüse, Saatgut, Samenfest

veröffentlicht bei amazon.de

Vielfalt statt Einfalt! Vergessene Gemüse und Großmutters Garten? Also meine Großmutter hatte keinen Garten und vergessenes Gemüse, kann man so auch nicht sagen.

Handelsklassen dienen der Einteilung von Agarerzeugnissen nach verschiedenen Gesichtspunkten der Beschaffenheit u. a. nach Herkunft und Qualität. Zweck der Handelsklassen ist eine bessere Handelbarkeit der Produkte, es geht letztlich um reine Absatzförderung.

Ergebnis der „Handelsklassen“ sind Produkte, welche möglichst dicht den Kriterien der Handelsklassen folgen. Alles gleich wie bei den Schrauben, bei Schrauben ist das tatsächlich eine tolle Eigenschaft, ein Qualitätsmerkmal – weil vor allem zuverlässig! Alle Schrauben entsprechen den Mindestanforderungen.

Und bei Obst und Gemüse? Alles was nicht in das enge, willkürliche Raster passt, wird eliminiert oder vernichtet. Gemüsesorten welche sich nicht für lange Transporte eignen, welche sich nicht gut industriell verarbeiten lassen, welche nicht rationell geerntet werden können, und .. und .. und .. können weg? Was für Qualitätsmerkmale sollen das sein, dass eine gebogene Gurke minderwertiger als eine gerade Gurke macht und eine Kartoffel wegen 1 cm Größenunterschied zu Müll werden lässt?

Man könnte genauso alle runden Orangen zu Müll erklären und nur noch den perfekten Würfeln den Marktzugang erlauben. Schwachsinn? Natürlich Schwachsinn.

Aber was ist mit meinen Kriterien? Was ist mit frischem und vielfältig schmeckenden Obst und Gemüsen. Was ist mit Nutzpflanzen, welche einen eigenen Geschmack haben? Was mit Nutzpflanzen die über genügend Geschmacksstoffe verfügen und daher ohne Geschmacksstoffe oder zusätzliche Aromen zubereitet werden können? Was ist mit Nutzpflanzen, welche ein langes Erntefenster aufweisen und damit perfekt für die eigene Versorgung sind?

Wie wäre ein Qualitätsbegriff der Qualität definiert als vielfältig, wohlschmeckend, frisch und schadstofffrei?

Viele kennen Sprüche wie: „Man weiß, erst was man hatte, wenn man es verloren hat.“ Oder „Vieles lernt man erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.“

Da wir in unseren Breiten fast alle Kinder der Handelsketten und Discounter sind, gilt für manche zumindest: „Wir wissen, dass wir nichts mehr wissen.“

bei amazon.de PartnerLINK : Der Küchengarten von 1826, ein Blick zurück.