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Autoimmunerkrankungen kann die Ernährung helfen?

Zu Möglichkeit oder „nicht Möglichkeit“ der Einflussnahme der Ernährung auf   Autoimmunerkrankungen gibt es viele Theorien und noch mehr Meinungen.

Das Beste, die „Empfehlungen“ widersprechen sich nicht nur, mache sind auch richtig gefährlich. Die Studienlage ist nicht überzeugend, es gibt keine allgemeingültigen Beweise für eine heilende Wirkung zum Beispiel „DER“ „Rheuma-Diät“! Auf „rheuma-online“ findet sich eine Diskussion verschiedener Studien.
Diätische Maßnahmen können allerdings sehr wohl Einfluss nehmen. Wer mit radikalen Ernährungsformen liebäugelt, sollte sich immer vor Augen führen, dass er dafür unter Umständen einen hohen Preis zahlen muss, denn nicht alles ist reversible. Insbesondere die Nieren verzeihen so manches nicht. (Ein Leben mit kaputten Nieren- ein kleiner Einblick.)
WICHTIG – vergesst das Wunder blabla und jene, die behaupten das Mittel oder den Weg, die Lösung für jeden und alles gefunden zu haben. Die einzige ganz sicher richtige Aussage ist, alles QUATSCH. Autoimmunerkrankungen sind vielgestaltig und die Mechanismen zu komplex als das sich alle über einen Kamm scheren lassen.

Beispiele:

Gicht  – eines der wenigen unbestrittenen Beispiele! Allerdings zählt die Gicht nicht zu den Autoimmunerkrankungen, wird aber trotzdem vom Rheumatologen behandelt. Die Ursachen für einen akuten Gichtanfall sind zwar verschieden, der jahrelang erhöhte Harnsäurespiegel im Blut ist aber i.d.R. die Voraussetzung für Gichterkrankungen. Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von Purinen. Sie kommt aber eben auch in verschiedenen Lebensmitteln vor. Eine Reduktion der aufgenommenen Purine kann das Risiko für Gichtanfälle nachweislich senk en.

Strikt zu vermeiden sind beispielsweise: Fleischextrakte, Innereien, aber auch bestimmte Fischsorten wie Sardellen, Sardinen, Hering, Sprotten oder Thunfisch – ja, auch wenn diese grundsätzlich gesund sind – Gesunde Lebensmittel: Gibt es sie wirklich?

Klar Alkohol, insbesondere Bier sind natürlich auch ein noGO!

Nieren – das Wichtigste, um sie möglichst lange zu erhalten: Blutdruck senken, Nieren freundliche Ernährung (wenig Eiweiß, Salz und Flüssigkeit), nicht rauchen und Bewegung.

Was aber uns allen ganz sicher hilft:

  1. Ein wohlüberlegter Einsatz und Dosierung der Medikamente insbesondere auch der NSAR. Wie ich bereits erwähnt habe, werden wir gezwungener Maßen immer wieder – um schlimmeres zu vermeiden – auf Medikamente zurückgreifen müssen. Medikamente, welche eine nicht unerhebliche Belastung und Schädigung von Nieren und / oder Leber bzw. von Magen und Darm mit sich bringen können. Eine Ernährung, welche diese Organe nicht zusätzlich belastet oder gar schädigt, bringt uns schon viel. Eine Konzentration auf Lebensmittel, welche sich günstige auf diese Systeme auswirken, kann durchaus, insbesondere langfristig „den Unterschied“ machen. Mit „langfristig“ meine ich nicht nur einige Jahre! Ich und Du – wenn Du hier richtig bist – dürfen uns entgegen aller Trends mit diesem Thema in der Regel bis zum Ende unseres Lebens beschäftigen! Viele dieser Erkrankungen verlaufen nicht linear. Es können auch ohne Medikamente und mit „übelster Ernährung“ beschwerdefreie und symptomfreie Jahre vorkommen. Beispiel Daher halte ich viele Interpretationen und Schlussfolgerungen für sehr leichtfertig oder über interpretiert und keinesfalls für repräsentativ.
  2. Offen sein für Möglichkeiten und dabei kritisch bleiben und nicht den „Wunsch“ als Grundlage für eigene Entscheidungen zu nehmen. Nicht vergessen – Ihr, Du und ich sind kein „Geschäftsmodell“.
  3.  Die Erkrankung annehmen und versuchen ihr mit der notwendigen Gelassenheit zu begegnen und nicht krampfhaft zu bekämpfen, das ist kontraproduktiv. Dir bewusst werden über die Interaktion zwischen Psyche und Körper – wir sind ein Gesamtsystem und die Herausforderungen sind vielschichtig – also Du und ich sind OK.
  4. Ein Gespür zu entwickeln, für das was Dir gut tut.
  5. Übergewicht ist kontraproduktiv.
  6. Mangelzustände sind kontraproduktiv.

Eiweiß – das zweischneidige Schwert
Unbestritten ist das wir Eiweiß ob nun pflanzlicher oder tierischer Herkunft benötigen. Wenn es um Herkunft und Menge geht werden die Empfehlungen chaotisch. Grundsätzlich – ein gesunder Mensch hält viel aus. Weiter gilt, organisch gesund und die Befindlichkeit gestört – meine Empfehlung > suche Dir das Ernährungskonzept, mit welchem Du Dich wohl fühlst.

Eiweiß tierischer Herkunft ist eine „teuere Ressource“. Eigentlich immer „rein ökologisch betrachtet“ eine Verschwendung, ein Luxusprodukt sozusagen. (Wenn man die notwendigen Ressourcen betrachtet und nicht den Preis welchen wir dafür im Laden zahlen.) Wenn Du besonders auf Deine Nieren achten solltest oder möchtest, dann rate ich Dir, unbedingt einen Nephrologen aufzusuchen, bevor Du Dich für eine eiweißreiche Ernährungsform entscheidest. Bei leichter oder beginnender Niereninsuffizienz gehen 0,8 g Eiweiß/kg Körpergewicht nach allgemeiner Auffassung in Ordnung. Wenn Du mehr über Nieren wissen möchtest, findest Du hier eine kurze Einführung in das Thema.

Phosphate sind notwendig für viele Vorgänge im Körper. Ein schwerer Phosphatmangel kann lebensgefährlich sein. Die Phosphat-Umsetzung ist eng mit dem Kalzium- und Vitamin-D-Haushalt verbunden. Was macht Phosphate dann gefährlich? Natürliches Phosphat aus Hülsenfrüchten und Nüssen wird nicht vollständig vom Körper aufgenommen. Freie künstliche Phosphate werden hingegen vollständig aufgenommen und unser Körper quasi damit geflutet, da kranke Nieren oftmals das überflüssige Phosphat nicht mehr ausscheiden können.

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