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Zierquitte – eine verkannte Schönheit

Chaenomeles japonica – unbestritten sind die wunderschönen Blüten im zeitigen Frühjahr in zartem Lachs, knalligem Rot, Rosa oder strahlendem Weiß.
Cido Fusion ZierquitteDie Asiatin kam ca. 1800 nach Europa, also wieder eine Ausländerin, nützlich und schön.

Viele unserer Obstbaumblüten sehen nach späten Frösten nicht gut aus und fallen dann für Bienen und Hummeln als Nahrung aus. Nicht die Zierquitte, sie ist ein typischer Frühlingsblüher (März/April) und ein gutes Nährgehölz für Bienen und Hummeln. Ich hatte bisher noch keinen Ernteausfall, seit meine beiden Pflanzen tragen, habe ich auch Früchte und bin an ihrer Verarbeitung, ähnlich wie mit den Kornellen fast verzweifelt, dazu später mehr.

Als Zwergstrauch wird sie ca. 80 – 120 cm groß, durch ihre gute Schnittverträglichkeit kann man sie auch als Heckenpflanze nutzen. Ihre Stacheln halten manchen Feind ab. Durch diese Stacheligkeit ist sie zu unrecht etwas unbeliebt. Während der Blüte herrscht Flugbetrieb pur, d.h. wir bleiben sowieso weg, wir stören nur und zur Ernte warte ich bis die meisten Früchte herunterfallen. Keine Angst, die Quitten nehmen keinen Schaden, sie sind hart und eigentlich mag sie auch niemand essen. Also Läuse oder Vögel oder sonstige Mitesser suchst Du an ihr vor den ersten Nachtfrösten vergebens.

Ich als Jammerlappen habe meine beiden Zierquitten mit etwas Abstand gepflanzt damit ich besser um sie herum manövrieren kann – so bleiben Schnitt und Ernte unblutig!

Die Früchte sind hart, zuckerarm, pektinreich, säurereich, reich an Vitamin C, mit Monster Kernhaus und egal, was andere sagen, roh und pur verarbeitet sind sie fast ungenießbar. Egal ob vor oder nach Frosteinwirkung. Reif sind die Zierquitten, wenn sie richtig schön gelb sind.

Meine Sorten:
„Fusion“ laut Bundesstortenamt (1999) wird sie 1 m hoch, rote Blüten, Früchte gelb mit rotbraunen Punkten, reift von Oktober bis November und hat einen sehr hohen Säure- und Vitamin-C-Gehalt. Kann ich bestätigen, definitiv sauer. „Cido“ wird als „Nordische Zitrone“ vermarktet, ist viel zierlicher als die Fusion und hat hübsche, gelbe Früchte.

Beste Pflanzzeit ist ab Oktober oder April. Zierquitten gibt es bei der Gärtnerei Deines Vertrauens oder

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Warum pflanzen?

  • Bienen und Hummeln haben Hunger!
  • Die Früchte haben besondere Eigenschaften, sind gesund (Vitamin-C und natürliches Pektin) und lecker, auch wenn sie nicht schmecken? Ja!

Ich gebe gerne zu, ich bin an diesen Zierquitten fast verzweifelt, es gab auch eine Zeit, da habe ich die Früchte einfach auf den Kompost geworfen. Schön blöd.

Ausprobiert habe ich vieles:
– Meine Notfallwaffe das Dampfentsaften, hahaha selten so gelacht, die Dinger haben viel Pektin, richtig viel davon, viel Mühe für wenig Saft.

Kernhaus Zierquitte
– Im Wasser bzw. Dampfkochtopf weichkochen und passieren, es gibt viele Arten Vitamine zu töten. Der Geschmack sitzt in der Schale und passieren macht richtig Laune.

 

– Aufschneiden und Kernhaus entfernen – Wahnsinn, die Früchte sind hart und die Kerne am Ende überall in der Küche.

Bei einer meiner Aufschneide-Aktionen hatte ich mir in die Hand geschnitten, also hatte ich einfach alles stehen lassen. Als ich nach ca. 3 Stunden vom Verarzten wieder kam und meine Schweinerei entsorgen wollte, war ich erstaunt, sehr erstaunt. Daraufhin habe ich folgenden Versuch gestartet.

Zierquitte

Mir wurde klar, die Früchte sind etwas besonderes und ich nur zu doof es richtig zu machen.

Stand HEUTE, da geht was, sie füllt eine echte Lücke im Küchengarten:

  1. Zierquittenpüree schonend herstellen,.
  2. Portionsweise einfrieren.
  3. Einsetzen als Säuerungs- und Verdickungsmittel z.B. als Ersatz bzw. Ergänzung für die Eiswürfel im Smoothie, spart viele Bio-Zitronen, bei säurearmen Früchten wie meinen Mispeln (auch kleine Biester), bei der Herstellung von Fruchtledern, Kompott, Birnensalsa, …

Herstellung – Zierquittenpüree:

Reife, richtig gelbe Zierquitten waschen, die ganze Frucht entweder im Dampfeinsatz eines Kochmixers oder Dampfgarers portionsweise für einige Minuten im Dampf garen. Dabei darauf achten Früchte gleicher Größe gemeinsam zu verarbeiten. Die Früchte sollten nicht matschig werden oder gar platzen, dass schmiert rum und macht die Arbeit schwieriger. Einfach zwischendurch probieren, sobald die Quitten weicher werden die Früchte zum Abkühlen beiseitestellen.

Sind die Früchte soweit abgekühlt, dass ich sie gefahrlos anfassen kann, schneide ich das dann weichere und schneidbare Fruchtfleisch einfach vom Kernhaus ab. Im Vergleich zu den obigen Kernhäusern bleibt mehr Fruchtfleisch zurück. Dafür spart diese Methode mir viel Zeit, viel Schmutz und Schmerz. Außerdem sind die Früchte nur wenige Minuten im heißen Dampf und nicht ewig gekocht. Das Kochen ist nämlich auch nicht einfach, ich sage nur – viel Pektin.

Anschließend kommt mein Omniblend zum Einsatz. Für diese Prozedur benötigt man auch etwas Wasser wegen dem Pektin und den Stößel. Wer einen geschlossenen Mixer oder einen der Kochmixer nutzen möchte, ist nicht gut dabei, es braucht recht viel Wasser um Zierquitten ohne Stößel „mixbar“ zumachen.

Ich weiß es klingt merkwürdig aber – Mixer ist nicht gleich Mixer – ist nicht gleich Mixer. Als Küchengärtner nutze ich mehrer Modelle und kann auch auf keinen verzichten! Jeder zu seiner Zeit. Zu vielfältig sind die Aufgaben und Grundstoffe. Küchengärtner haben es nicht leicht, hahaha. Für diese Aktion braucht es sinnvollerweise mindestens so etwas wie mein Omniblend oder einen anderen Mixer mit Stößel und belastbarem Motor.

Portionsweise einfrieren:
Sofern Du keine Konfitüre kochen möchtest, sollest Du das Püree portioniert einfrieren. Ich nutze dazu immer Silikonformen in unterschiedlichen Größen. Nachdem einfrieren wird grundsätzlich vakuumiert.

Vakuumieren hat kaum schlagbare Vorteile, verhindert Fremdgeschmack, verbessert die Haltbarkeit und erlaubt eine bessere Nutzung der Tiefkühlkapazitäten. Nachteilig sind die Kunststoffbeutel. Diese Beutel sind allerdings BPA frei und wer geschickt vakuumiert, kann viele davon einsparen. Einige lassen sich sogar gut mehrfach verwenden. Zwischenzeitlich bin ich Vakuumierweltmeister.

Dazu braucht es allerdings ein „richtiges“ Vakuumiergerät, ich habe seit einigen Jahren einen Caso VC100 und nichts wird uns je trennen. Gäbe es ein Gerät, welches deutlich mehr kann als das Meine, mit einem ähnlich guten Preisleistungsverhältnis würde ich schon schwach werden. Immerhin ist es eines der wichtigsten Küchengeräte in unserem Haushalt. Verwundert? Na ja, der Küchengarten und die Tatsache ohne Weizenmehl, Kuhmilchprodukte und dabei mit einem Minimum an Fertigprodukten auskommen zu müssen ist nicht immer einfach, ohne eine ausgezeichnete Verpackung wird es mühselig.

Was braucht es noch – genau gute, möglichst schmale und lange Beutel. Das erlaubt einem den Beutel aufzuschneiden, Teile des Inhaltes zu entnehmen und wieder neu zu vakuumieren. Technisch bedingt (je nach Gerät) verliert man einige cm Beutel. Anschließend benötigt man genau wieder dieses Stück Beutel, damit die Pumpe die Luft erneut absaugen kann. Daher sollte der Beutel immer ausreichend lang sein, bzw. durch die Entnahme verfügbar werden. Mit dieser Methode kann man Beutel mehrfach abschneiden und verschließen – ohne Gefrierbrand oder vereisen des Inhaltes.

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