Hummelglück

Brombeeren

Die Brombeere ist eine echte Vitaminbombe und kommt dabei außerordentlich schlank daher. 100 g enthalten nur 30 kcal.

Brombeeren werden im Gegensatz zu Himbeeren auch von Menschen mit Histamin-Intoleranz sehr gut vertragen. Die „Arthritis Foundation“ zählt die kräftig farbigen Früchte wie Blaubeeren, Brombeeren, Kirschen, Erdbeeren, und Gemüse wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli zu den Grundbausteinen einer Anti-Entzündungsdiät – ich auch. In meinem Garten haben daher auch gleich 3 Brombeerpflanzen ihr Zuhause und nicht nur Brombeeren.

Die geschmacklich sehr empfehlenswerte klassische „Theodor Reimers“ lockt zwar mit ihren großen saftigen Früchten, hat aber fiese Stacheln und kann so bedrohlich wuchern, zu viel für mich.

Brombeeren

Im Handel gibt es inzwischen eine große Auswahl an unterschiedlichen Brombeersorten, kein Notfall also – es geht auch ohne den Theodor. Ich hatte mich vor einigen Jahren für eine stachellose und aufrecht wachsende Sorte entschieden. Sie trug die Bezeichnung Aroma-Brombeere und nennt sich Lubera® Navaho®. Beeren gibt es je nach Standort ab Mitte Juli bis zum Frost. Sie hat mich nicht enttäuscht. Natürlich bildet auch sie Ausläufer, wer klassische Brombeersorten kennt, kann da aber nur lachen und der Geschmack ist trotzdem gut. Die Navaho wird inzwischen in fast jedem Baumarkt zur Pflanzzeit preiswert angeboten.

Normalerweise tragen Brombeeren am zweijährigen Holz, d.h. an den Ruten des Vorjahres. Mit der Reuben® findet sich eine relativ neue Sorte auf dem Markt, welche wie die Herbsthimbeeren am einjährigen Holz, sprich an den im Frühjahr gewachsenen Ruten Blüten bildet und fruchtet. Damit kannst Du auch im kleinen Garten oder auch der Terrasse Brombeeren ziehen. Da nur tragende Ruten an der Pflanze sind, entfällt das sonst notwendige sortieren und wegbinden, der für das kommende Jahr benötigten Ruten. Bisher habe ich keine eigenen Erfahrungen mit der Reuben®, meine Navaho®s tragen so viel, da steht keine neue Brombeerpflanze an.

Kultivierung:

Brombeeren sind anspruchslos. Ein mittelschwerer, durchlässiger und leicht saurer Boden, Sonne und wenig Wind reichen völlig aus. Hab ich alles, nur das mit dem Wind – nein wenig Wind kann ich nicht bieten – da müssen sie durch und die Navaho® kann das ganz gut ab.

Wer die Navaho® im Kübel ziehen möchte, sollte ihr mindestens 30 l und einen Pfosten zur Stabilisierung zur Verfügung stellen, dabei ist größer besser. Bei einem Volumen von 60 l kann man bereits ein kleines Spalier bauen. Dazu rechts und links einen Pfosten bzw. Stab stecken und diese mit Draht verbinden, daran lassen sich dann 4 Tragruten befestigen.

Im Garten am besten zwei Pfosten setzen und diese mit Draht abspannen. An diesem Gerüst die Tragruten fixieren. Dabei nur 5 – 6 Tragruten pro lfd. Meter stehen lassen. Die Pflanzen sollten nach dem Regen schnell abtrocknen zu können.

Bei einer neuen Pflanzung im Frühjahr kannst Du bereits im Folgejahr mit ersten Früchten rechnen, nach zwei Jahren sind die Pflanzen etabliert und es gibt die erste richtige Ernte. Im Übrigen sind Brombeeren selbstfruchtbar. Sehr praktisch, denn eine Pflanze reicht aus und durch die längere Blütezeit beginnend ab Ende Mai, stört auch eine Schlechtwetterperiode nicht so sehr und Spätfrost ist auch kein Thema. Genaugenommen gibt es in jedem Jahr Brombeeren.

Schnitt und Pflege sind auch nicht schwer. Alle abgetragenen Ruten am besten immer nach der Ernte der letzten Beere einfach 10 cm über der Erde abschneiden, dann lichtet sich der Strauch zum Ende des Jahres Stück für Stück. Bei den Jungruten 5 – 6 kräftige aussuchen und aufwachsen lassen, alles andere kommt weg.

Nährstoffbedarf: 15 – 20 g Beerendünger pro qm oder 8 g Stickstoff pro qm (4 g pro Pflanze) und 2 – 3 l Kompost im zeitigen Frühjahr sollte reichen. Unbedingt auf eine ausreichende Kaliversorgung achten, es schmeckt besser.

Frische gesunde Navaho Brombeeren kannst Du 3 Tage im Kühlschrank zwischenlagern, bis sich die Menge für eine Verarbeitung lohnt.

Es gibt eigentlich nur zwei Dinge welche mich an Brombeeren stören. Da sind zum einen die Kerne oder besser gesagt Steinchen. In den frischen Beeren ist alles gut, im Müsli nur nicht festzubeißen, also mehr lutschen. Das gilt auch für aufgetaute Brombeeren oder rote Grütze. Nur in Soßen, Brotaufstichen, Smoothie und so knirscht es schon kräftig.

Zum anderen ist es die Brombeergallmilbe. Diese Milbe, also dieses Biest ist nur 0,2 mm lang und 0,03 mm breit. Das Saugen an Blättern und Blüten ist eher kein Problem aber was wirklich nervt, durch die beim Saugen freigesetzten Toxine reifen die Früchte nur unregelmäßig heran. Die befallenen Teile bleiben rot oder rotgrün und hart, stark befallene Früchte sind ungenießbar. Sichtbar wird der Befall in der Regel erst 3 Wochen vor der Ernte. Geschädigte Beeren vertrocknen und bleiben am Strauch hängen. In schlimmen Jahren können über 50% der Früchte befallen sein, zudem ist diese Milbe auch noch sehr verbreitet. Wer sie hat, wird sie auch nicht so einfach los. Sie überwintern in Blattachseln, unter Knospenschuppen, in Fruchtmumien und an den jungen Ruten. Zu Austriebsbeginn geht es bereits mit der Eiablage in die Blattstiele, Blattunterseiten und in die sich entfaltenden Knospen los. Zur Blütezeit saugen sie dann hauptsächlich an den Teilfrüchten an der Fruchtbasis, die durch die Kelchblätter beschützt sind. Die Milben vermehren sich ziemlich stark und es gibt auch noch mehrere Generationen pro Jahr. Peak-Gallmilbe ist Ende August bzw. Anfang September.

Brombeergallmilbe

Was ist zu tun? Vorbeugen kann man durch frühreifende Sorten und eine möglichst ungeschützte Pflanzung (z.B. nicht vor der Hauswand). Die Ruten frühzeitig zurückschneiden damit nicht allzu viele in ihr „Winterquartier“ umziehen können. Alle befallenden Früchte ernten und entsorgen. Nicht überdüngen und den Boden feucht halten, am besten gut mulchen, da Trockenheit die Milbenentwicklung fördert. In Trockenperioden ist die Milben Entwicklung aber trotz Mulch kaum zu verhindern.

Und wenn das nicht reicht?
Mit einer Austriebsspritzung mit Rapsöl im frühen Frühjahr kann man den Befall bereits reduzieren.

Entweder man kauft ein fertiges Mittel (z.B. Schädlingsfrei Naturen) oder man mischt 2 Esslöffel Rapsöl mit einem Esslöffel Natron und 4 l Wasser. 

Wenn das noch nicht reicht? Eine Spritzung in Winterruhe, beim Austrieb und im Mausohrstadium reduziert den Befall sehr deutlich. Gründlich benetzen – alle Seiten auch die Blattunterseiten.

Bei besonders starkem Befall im Vorjahr kann man auch Netzschwefel (0,25%) einsetzen – dieses Mittel ist aber für den Kleingarten nur zur Bekämpfung vom „Echten Mehltau“ zugelassen.