meinGarten

Mehltau – und wieder …

Bei schönem Wetter – echter Mehltau.
Bei feuchtem, nassen Wetter – Falscher Mehltau.

2014 war bei uns ein echtes „Grusel-Jahr“ die Aufnahme zeigt eine Zucchini am 5.September. Na ja, es geht in den August und so langsam tauchen unsere Freunde wieder auf und einer wird es schon richten.

Der Echte Mehltau zeigt sich in einem „mehligen“ pudrigen Überzug auf sämtlichen Pflanzenteilen. Meist beginnt der Befall an den Blattoberseiten mit unregelmäßigen gelben Flecken und kleinen weißen Stellen.

Der Falsche Mehltau zeigt sich mit eckigen Blattflecken, die gelb oder rot gefärbt und durch Blattadern abgegrenzt sind.

Die Mehltaupilze sind in der Regel auf Pflanzengattungen spezialisiert. Im Küchengarten finden sich eine Reihe für Mehltau (egal für welchen) anfällige Pflanzen.

Falscher Mehltau Basilikum, Gemüsepaprika, Tomate, Aubergine, Gurke, Kürbis, Zwiebel, Salat, Spinat, Zucchini, Patisson, …

Echter Mehltau Erdbeere, Johannisbeere, Rebe, Gemüsepaprika, Tomate, Aubergine, Kürbis, Zucchini, Melone, Gurke, Möhre, Blattkohle, Blumenkohle, Patisson, Hülsenfrüchte, Kohlrabi, Endivien, Feldsalat, …

So – was kann ich tun?
• Eine wichtige Maßnahme ist „Gartenhygiene“. Damit meine ich, dass von Krankheiten befallene Pflanzenteile aus dem Garten entfernt werden sollten.
• Eine zweite Maßnahme ist natürlich möglichst resistente Sorten zu wählen, wenn man kann.
• Blätter grundsätzlich trocken halten.
• Ein ausreichender Pflanzabstand.
• Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Zugelassen sind im Biolandbau grundsätzlich Kupfer- und Schwefelpräparate sowie Kaliumhydrogencarbonat und Natriumhydrogencarbonat.

Da ich diese Pflanzenschutzmittel nicht einsetzen möchte, bleibt mir der Versuch mit weichen Waffen. Zum Beispiel Spritzungen mit Milch (Anwendung 10-30%), Molke (Anwendung 20-30%) oder Ackerschachtelhalm.

Ackerschachtelhalm – Sud als Fungizid (Zinnkraut – Equiseti herba) keine Wunderwaffe aber doch ein guter Freund.

200 g getrocknetes oberirdisches Kraut in 10 l Regenwasser 30 Minuten einweichen und anschließend 45 Minuten abgekocht (Anwendung 10%). (Rezeptur laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – http://www.bvl.bund.de)

  • Apfel, Pfirsich: Schorf, Echter Mehltau, Kräuselkrankheit
    Blattspritzung im Frühjahr: 2-6 Behandlungen im Abstand von 7 Tagen
    Apfel: von „Knospenaufbruch bis Mehrzahl der Blütenblätter abgefallen“
    Pfirsich: von „Knospenaufbruch bis Mehrzahl der Blütenblätter abgefallen“
  • Rebe: Mehltau (echter und falscher)
    Blattspritzung im Frühjahr und Sommer: 2-6 Behandlungen im Abstand von 7 Tagen“
  • Gurken: Echter Mehltau, falscher Mehltau, pilzliche Wurzelfäulen
    Blattspritzung oder Gießanwendungen, auch über Bewässerungssysteme:
    2 Behandlungen im Abstand von 3-4Tagen
  • Tomaten: Dürrfleckenkrankheit, Blattfleckenkrankheit
    Blattspritzung im Sommer: 2 Behandlungen im Abstand von 14 Tagen

echter Mehltau und falscher Mehltau

Noch ein kleiner Tipp, beim Sieben verbleiben immer kleine Partikel in der Brühe, ein Teil setzt sich ab der Rest verstopft leider die Düse der Spritze. Das kann man verhindern, indem man einen Nylonkniestrumpf in die Spritze hängt, den Rand überschlägt und dann die Brühe beim einfüllen in die Pflanzenspritze quasi fein filtert. Den Kniestrumpf kann man auswaschen und natürlich mehrfach verwenden.

Ich friere immer etwas Ackerhachtelhalm-Sud ein. Dieser kommt dann, natürlich verdünnt als Stärkungsmittel bei der Jungpflanzenanzucht zum Einsatz.

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