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Le pissenlit

Wenn es um das Essen geht, da sind unsere lieben Nachbarn ganz vorne mit dabei. Ein Besuch in Frankreich ohne einen Wochenmarkt NIE im Leben. Alle diese Verlockungen, in Frankreich eine preiswerte Selbstverständlichkeit – bei uns die absolute Rarität. Wir können noch so vieles lernen.

Wer kennt sie nicht? Die wunderschönen gelb leuchtenden Blüten welche aus jeder noch so kleinen Ritze zu wachsen scheinen. Diese Anspruchslosigkeit, diese Zähigkeit – so macht man sich viele Gärtner zum Feind und die anderen zum Freund.

Ich gehöre wohl zu den wenigen Deppen in Deutschland, welche sich auch noch Saatgut vom Löwenzahn kaufen. Ja, 3 € bei http://www.freie-saaten.org – auf einem Saatgutfest Sortenname: Delikatess. Dokumentiert fand ich die Sorte im Genbankinformationssystem des IPK Gatersleben. Offenbar handelt es sich um einen Löwenzahn aus DDRzeiten – VEB Erfurt. Wer gerne einen Kulturlöwenzahn möchte, kann es mit dem „Löwenzahn Verbesserter Vollherziger“ von Quedlinburger probieren und mir dann berichten.

Pissenlit – Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia)
(Unschöne Übersetzung Bettnässer, manchmal ist unsere Sprache einfach plump.)

Ich als Freund von leicht bitteren Gemüsen – von Chicorée bis Kardone, alles ich – alles mir. Der Anbau von Löwenzahn ist einfach. Ausgesät wird an Ort und Stelle von März-Mai oder August-September. Den Samen nur leicht andrücken, ganz dünn mit Erde oder Sand bedecken und feucht halten. Löwenzahn ist natürlich winterhart und mehrjährig.

Ein Leben ohne Löwenzahn muss unmöglich sein – also eine Wunderpflanze? Vielleicht, jedenfalls ist er richtig lecker und JEDER kann ihn haben!

Seine Inhaltsstoffe wie die ätherischen Öle, Biophenole, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Inulin, Kalium, Kalk, Kieselsäure, Magnesium, Mangan, Eisen, Natrium, Zink, Phosphorsäure, Saccharose, Fructose, Glucose, Nikotinsäureamid, Saponine, Schleime, Vitamine B1 und B2, Carotine, Flavonoide und Spurenelemente machen ihn seit dem frühen Mittelalter als Heilkraut beliebt. Es werden ihm so viele Wirkungen nachgesagt – blutbildend, blutreinigend, harntreibend, Bronchitis, Husten, Fieber, Appetitlosigkeit, Frühjahrsmüdigkeit, Verstopfung, Magenschwäche, Hämorrhoiden, chronische Gelenkerkrankungen, Rheuma, Gicht, Leberschwäche, Gallenschwäche, Gallensteine, Nierensteine, Allergien, Arteriosklerose, Wassersucht, Kopfschmerzen, …

Wer es genauer möchte : Inhaltstoffe

Zum Treiben – die zuvor im Herbst ausgegrabenen Wurzeln in mit Sand füllte Eimer stecken und angießen, sobald er austreibt mit einem zweiten Eimer zum Bleichen abdecken.

Catalogna - kein Löwenzahn

Catalogna – kein Löwenzahn

In der Küche kann man ihn als Salat und Gemüse, Pesto, Sirup oder für Smoothie nutzen. Abschneiden und er wächst wieder nach.

Im Supermarkt wird manchmal Löwenzahn angeboten. Bisher haben sich die Angebote meist als Catalogna, ein Blattchicoree entpuppt.