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Rebschnitt – jetzt wird es Zeit!

Wer eine Rebe hat muss schneiden. Ich habe drei Trauben und ich muss schneiden.

Der jährliche Rebschnitt ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um schöne gesunde Trauben und die Lebensdauer des Rebstocks geht.

Rebschnitt im Küchengarten!
Es sieht grausam aus, richtig verstümmelt, nur so ist es – ja – fast der gesamte Zuwachs des letzten Jahres kommt weg!

Die Rebe ist eigentlich ein Lianengewächs, diese versorgen die höchsten Triebe und Knospen bevorzugt und unten bleiben die Kümmerlinge. Durch das starke Schneiden erzwingen wir eine Art jährliche Erneuerung.

Wo ist das Fruchtholz? Bei Reben benötigen wir die gut ausgereiften Triebe aus dem einjährigen, genauer dem letztjährigen Holz.
Wo sind die Augen? Die Augen tragen die Blühansätze und werden bereits im Juli oder auch August des Vorjahres gebildet! Damit verursacht beispielsweise ein sehr starker Ertrag in diesem Jahr eine schwache Augenbildung und damit weniger Blühansätze für das nächste Jahr. Für eine regelmäßige Ernte müssen wir, ich und Du eingreifen. Da wir nur reduzieren aber nicht ankleben können – müssen wir eben schneiden!

Frostrisiko: Meine drei Traubenstöcke haben – 27°C überlebt, eine ist wahrscheinlich irreparabel geschädigt. Sollte sie sich auch in diesem Jahr nicht fangen, werde ich sie wohl oder übel entfernen müssen. Grundsätzlich sind die Augen ab -15°C gefährdet. Diesen Winter hatten wir zwei Nächte mit – 17°C, mal sehen.

Blatt : Fruchtverhältnis: Um schöne Trauben ausbilden zu können braucht die Rebe ungefähr 2 qm Blattfläche je kg Trauben. Möchte ich die Trauben essen, dann dürfen die Beeren schon etwas größer sein.
In Kürze EINE TRAUBE pro Trieb ist genug! Übrigens, Stress verträgt die Rebe auch nicht. Stress gibt kurze dünne Triebe mit kleinen sauren Beeren! Kommt Dir das bekannt vor?

Wann schneiden? In den Weinbergen wird sehr, sehr früh geschnitten. Wie soll es sonst auch gehen, die vielen Stöcke. Nur unsere wenigen Trauben, Du und ich schneiden je nach Temperatur im Februar oder März, und nicht, wenn es zu (< -5°C) kalt ist!

Was schneiden? Natürlich, es gibt wie immer viele Methoden. Was merken wir uns im Küchengarten – Hobbygärtner mit wenigen Pflanzen und einem Schnitt pro Jahr – ups – wie war das nochmal?

Rebschnitt im Küchengarten - Zapfenschnitt

Eine einfache bewährte Regel ist – die ersten beiden Augen bleiben stehen – Schnitt erfolgt einen Daumen breit über dem zweiten Auge.

Der Stummel trocknet dann ein. Wenn man zu dicht schneidet, verliert man das Auge! Abstand zwischen den „Zapfen“ 20 cm ist ca. die Länge einer Gartenschere. Der neue Austrieb wird aufgebunden. Ein Meter Rute bleibt über der Frucht stehen, der Rest kann oben gekappt werden. Weitere Seitentriebe oder überzählige Fruchtansätze sind zu entfernen! (Aua)

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