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Möhren ein bisschen anders

Ich weiß schon, warum Möhren im Garten anbauen?

Es gibt sie immer (auch in Bio – Qualität) billig zu kaufen. Genau so dachte ich, bis ich die Oxheart und die Küttiger kennen lernte.

Das Küttiger Rüebli, um genauer zu sein, ist eine recht robuste Schweizer Karottensorte. Lange war sie nur ein Armeleuteessen, dann Viehfutter. Die Möhre kommt aus einer Schweizer Gemeinde namens Küttigen im Kanton Aargau. Aus diesem Ort stammen auch die Ärzte der Familie Bircher. Na, ja genau, das sind die Erfinder des „Birchermüsli“. http://www.kuettigen.ch

Kuettiger Karotte weiss

Die Gemeinde beschreibt ihre Möhre im Gemeindeprospekt: „Das Küttiger-Rüebli hat eine Urform, die sich deutlich von anderen Karotten unterscheidet. Es ist leicht gelblichelfenbeinfarbig und nach unten konisch. Nach mehrmaligem Hacken und Jäten werden die Rüebli mit samt dem Kraut ausgezogen und eingelagert.“

Die Möhre schmeckt schon nach Möhre aber auch etwas nach Petersilienwurzel, also mehr würzig und nicht süß. Für mich ist sie keine Möhre, eher ein eigenständiges genügsames Wintergemüse mit ausgezeichneten Lagereigenschaften und kräftigem Laub.

Ja, genau – dafür liebe ich sie. Auch in diesem Jahr bei maximal -17°C hat sie wieder überlebt! Ich lasse die Möhre immer abgedeckt im Beet stehen und ernte dann so nach und nach. Die kleinen Exemplare kommen für den Frühlingsaustrieb in die Erde zurück. Heute, am 16. Februar, trotz des kräftigen Winters und noch richtig festen Boden, beginnt sie wieder mit dem Austrieb. Natürlich ernte ich das Möhrenlaub, solange es noch saftig ist nach Bedarf. Die Küttiger kann das ab.

Oxheart Möhre Küttiger RüebliMöhrenkraut ist nicht giftig, es gehört nicht auf den Kompost! Der zarte Austrieb im Frühjahr ist eine schöne Salatbeigabe (man ist ja froh um alles frische Grüne) und sobald es strubbelig wird, geht die Verwertung im Mixer zu Smoothie oder Pesto weiter. Natürlich kann man es auch zusammen Sellerieblättern und Lauch für Gemüsebrühen nutzen.

Keine Verwirrung – ich weiß es gibt einige Spezialisten, welche eine andere Meinung vertreten. Ja, angeblich sind selbst auf Biogemüse so viele Pestizide, dass man keine rohen Blätter essen sollte. Ok, in meinem Garten wird nicht gespritzt und ich habe auch keine stark befahrene Straße in der Nähe! Ich gebe den Kritikern so weit recht, dass man keinesfalls alles in den Mixer stecken darf. Die starke Zerkleinerung führt zu einer veränderten Verfügbarkeit und damit Aufnahme von Inhaltsstoffen. Beispielsweise die Blausäure in Obstkernen, welche normalerweise unbeschädigt unseren Darm passieren.

carrots heirloom

Die Oxheart Möhre, ist eine ältere Möhre. Die Abbildung stammt aus einem Buch von 1900. Die Oxheart ist saftig, schmeckt wirklich gut und erträgt auch schwere Böden. Sie ist eine echte „Universal-Möhre“ für Küchengärtner. Ich kann sie als Sommermöhre ernten, dann ist sie noch klein und wenn sie im Boden bleibt, na ja, dann wird sie eben zur Lagerkarotte. Übrigens ist sie auch kräftig genug für eine Oxheart MöhreMöhrenlaubernte. Die eine Aufnahme zeigt die Möhre noch in der Erde Anfang Februar. Ich würde sagen -17°C gut überstanden! Das Exemplar auf der Waage, gute 300g schwer habe ich heute geerntet. Hinter ihr liegt eine Küttiger – Ihre Nachbarin – mit Beinchen.

Übrigens wer es noch nicht wusste, es gibt auch ein Karottenmuseum.

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