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Cardy – die Kardone, schön und lecker

(Caynara cardunculus) Dieses Gemüse habe ich vor Jahren kennen und lieben gelernt. In Frankreich, Italien oder der Schweiz findet es sich regelmäßig auf Märkten oder Supermärkten. Die Kardone ist ähnlich der Dahlien eine vermeintlich schöne Zierpflanze. Erst im Herbst zeigen die Beiden ihr zweites Gesicht und entpuppen sich als leckeres Gemüse. Ich mag leicht bitteres Gemüse sehr gerne. Bei Ihrer nächsten Verwandten, der Artischocke wird bekanntlich der Boden der Knospe gegessen. Bei der Kardone sind es die fleischigen Stiele, welche an übergroßen Bleichsellerie erinnern.

Wer die Kardone als Gemüse nutzen möchte, baut sie einjährig an. In warmen Gebieten beginnt die Aussaat Ende April oder Anfang Mai. In kühleren Gebieten kann man ab März warm vorziehen oder ab Mitte Mai, sofern es die Witterung zulässt, direkt säen. Es sollten mehrere Samen pro Stelle ausgebracht werden. Nach dem Auflaufen dann alle bis auf den Stärksten entfernen.

Die Cardy benötigt ausreichend Nährstoffe, viel Sonne, Wasser und Platz. Der Platzbedarf ist nicht zu unterschätzen, immerhin wird sie in der Regel gut 1,5 m hoch. Sehr heißes und trockenes Wetter, wie im Sommer 2015, sind kontraproduktiv. Im Ergebnis hatte ich 2015 nur sehr kleine Pflanzen. Die Ernte lohnte nicht und ich beließ eine Pflanze im Boden. Da ein milder Winter folgte, überlebte meine Cardy und brachte mir 2016 sehr schöne Blüten und die Möglichkeit Samen zu gewinnen. Von der Cardy existieren unterschiedliche Sorten, in der Schweiz (Genf) trägt die Sorte »Cardon argente épineux de Plainpalais« eine geschützte Ursprungsbezeichnung.

Cardy
Ich habe bisher drei unterschiedliche Sorten angebaut. Eine sehr helle, feine mittelgroße, selbstbleichende und dornenlose Sorte »Plein blanc Inerme« von Larosa Emanuele. Eine Standardsorte auch dornenlos und ein sehr ursprüngliches Dornenmonster.
Es wird gesagt, dass die bedornten Sorten geschmackvoller seinen. Ganz ehrlich ich weiss es nicht. Ich habe mein Dornenmonster gehegt, gepflegt und gegossen, sie wurde wunderschön. Aber ernten habe ich mich nicht getraut. Letztendlich wurde sie mit vereinten Kräften am Ende des Jahres ausgegraben und entsorgt. Die Stachel sind gemein, man benötigt dicke Lederhandschuhe um sich zu schützen, wie soll ich das Gemüse damit schälen?
Die beiden anderen Sorten sind lecker bis sehr lecker. Obwohl die Cardy sehr einfach zu ziehen und robust ist, die schwarzen Blattläuse können durchaus nerven.

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